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Von
Martin Widmer
Übersicht
Die beiden wunderschönen Eltern bekam ich freundlicherweise gratis von Rebecca Devaux. Das Männchen ist etwa doppelt so gross wie das Weibchen. Das Paar hatte kurz vorher erfolgreich Junge aufgezogen, so war ich gespannt.
Die Fütterung erfolgt mit gefrorenen Artemia und roten Mückenlarven sowie mit Futtergranulat. Die Purpurprachtbarsche nehmen gern das Futter vom Boden uns sind auch bei schwimmendem Futter sehr schnell und flink im fangen. Wahrscheinlich könnte man das am besten beim Füttern von lebenden Artemia sehen.
Siehe auf der Seite Aquarien, Aquarium 2
Für
das Ablaichen stehen den Fischen drei Blumentöpfe zur Verfügung,
zwei kleinere und ein grösserer. Alle wurden umgekehrt ins Aquarium
gestellt. Der eine kleine und der grössere haben ein vergrössertes
Loch im Boden, so dass die Fische hineinpassen. Der dritte Topf ist am Boden
zu, jedoch habe ich am Rand ein Stück herausgefeilt, damit ein kleiner
Eingang entstand.
Dieser Topf wurde dann auch vom Weibchen zum ablaichen benutzt.
Schon die ganze Woche vorher ist das Männchen ständig damit beschäftigt,
mit dem Maul Sand aus den Töpfen zu tragen. Dadurch sinken die Töpfe
immer tiefer in den Boden. Der eine Topf ist jetzt bis auf die Öffnung
oben gänzlich im Boden verschwunden. Zwischendurch wird auch eine Höhle
unter einem flachen Stein gegraben. Der feinkörnige Quarzsand scheint
diesen Fischen entgegenzukommen.
Das folgende Bild zeigt das Weibchen beim Inspizieren der vom Männchen gegrabenen Höhle unter dem flachen Schieferstein.
Ich hebe öfters die Töpfe auf um zu schauen, ob das Weibchen schon abgelaicht hat, und dies scheint die Fische nicht im geringsten zu stören. Kaum habe ich den Topf wieder abgesetzt, wird er sofort wieder in Beschlag genommen. Das Ablaichen erfolgt bei folgenden Wasserwerten:
knapp 16°dGH, PH um 7, Temperatur um 26°
Als ich dann eines Tages wieder die Töpfe hob, hatte das Weibchen ca. 40 Eier auf der Innenseite des kleinen Topfes mit dem Eingang am Rand angeklebt. Von da an war das Weibchen ständig in diesem Topf und kam nur zum Fressen heraus. Das Männchen begann, die Fische aus der Umgebung des Topfes zu vertreiben. Auch die harmlosen Metallpanzerwelse, die sonst ignoriert werden, werden nun aus der Nähe des Topfes vertrieben.
Interessant istzu beobachten, dass das Weibchen die nicht befruchteten oder verpilzten Eier sofort entfernt und aus dem Topf spuckt. Die Eier werden ständig vom Fisch abgelutscht und liebevoll umsorgt.
Nach etwa einer Woche stellte ich fest, dass das Weibchen nun in einem anderen Topf sass. Dort konnte ich von oben reinschauen und entdeckte etwa 25 kleine Stecknadelköpfe, die ausgeschlüptfen Jungen ! Von nun an folgte ein reges Umzugs-Spiel. Etwa alle 6 Stunden transportiert das Weibchen die Jungen in einen anderen Topf. So werden wechselweise alle drei Töpfe besetzt, am Schluss nur noch die, die eine Öffnung nach oben aufwiesen.
Nach
ca. 5 Tag dann ist es so weit... ich beobachte das erste kleine Fischchen,
welches neugierig aus dem Topf schwimmt.
Allerdings dauert es nur Sekunden, bis die Mutter es einsaugt und in den
Topf zurückspuckt. Es dauert noch einen Tag, dann schwimmen die Jungen
frei. Und so sieht das jetzt aus, die Mutter im prachtvollen Kleid mit den
Jungen:

Die Jungfische legen ein faszinierendes Verhalten an den Tag. Sobald Gefahr im Anzug ist oder die Mutter ein paarmal kurz zuckt, legen sie sich auf den Boden und stellten sich tot. Ein genialer Mechanismus, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Blitzlicht der Kamera bewirkt übrigens dasselbe.
Nun noch einige Bilder der Jungfische, die nun etwa seit einer Woche geschlüpft sind und eine grau-transparente Farbe haben mit kleinen schwarzen Tupfen.


Hier schwimmen die kleinen Racker gerade zwischen CO2-Flipper und Scheibe, in bester Fotographierposition:

Die Eltern führen den Schwarm durch das ganze Aquarium, die Jungen picken eifrig Nahrung von den Steinen, Pflanzen und aus der hineingeworfenen Futtertablette.
Während die Pelvicachromis normalerweise sehr gesellig sind, werden
sie, nachdem die Jungen frei schwimmen, ziemlich aggressiv. Andere Fische
werden aus der Sichtweite der Jungen vertrieben, aber nicht verletzt. Auch
Panzerwelse, die sonst weitgehend ignoriert werden, müssen sich dann
vom Jungfischschwarm fernhalten.
Der Purpurprachtbarsch ist in jeder Hinsicht ein faszinierender Fisch und kann nur empfohlen werden. Und wer sein Aquarium langweilig findet, wird seine Meinung nach dem Einsetzen dieses Fisches garantiert ändern.
(C) Martin Widmer